SPD Kronshagen

Kronshagen gemeinsam gestalten

18. Dezember 2016

Schule, Kinder, Jugend
Aktuelles: Fusion der Grundschulen

Am 13.12.2016 hat die Gemein­de­ver­tre­tung mit ihrer neu­en kon­ser­va­ti­ven Mehr­heit von CDU und FSK mit Unter­stüt­zung der Grü­nen einen Grund­satz­be­schluss dar­über gefasst, die an ver­schie­de­nen Stel­len münd­lich vor­ge­tra­ge­nen Pro­ble­me bei der Ver­tei­lung der Grund­schü­ler mit einer Fusi­on bei­der Kronsha­ge­ner Grund­schu­len lösen zu wol­len.

Abso­lu­te Mehr­hei­ten sind ja nun nicht neu in der Kronsha­ge­ner Gemein­de­ver­tre­tung. Neu ist jedoch die Art und Wei­se des Vor­ge­hens seit der erst­ma­li­gen The­ma­ti­sie­rung der Pro­blem­la­ge im Sep­tem­ber die­ses Jah­res. Drei Mona­te lang wur­den vie­le Gesprä­che mit den ver­schie­dens­ten Betei­lig­ten bzw. Betrof­fe­nen in der Sache geführt; nur auf eine Ver­wal­tungs­vor­la­ge, in der die Pro­ble­me und vor allem auch die ange­dach­te Lösung in ver­nünf­ti­ger Art und Wei­se abge­wo­gen und ent­schei­der­freund­lich – also in schrift­li­cher Form — auf­be­rei­tet wur­de, war­ten wir bis heu­te ver­geb­lich.

Genau­so ver­geb­lich war­ten im Übri­gen die betrof­fe­nen Eltern auf ihrer Suche nach Ant­wor­ten. So wur­den im Rah­men der Sit­zung am 13.12.2016 aber auch in vor­he­ri­gen Schul­aus­schuss­sit­zun­gen sehr vie­le Fra­gen gestellt, die ein­fach nicht beant­wor­tet wur­den.

Viel­mehr wur­de von Beginn an – noch vor der Zuschal­tung der not­wen­di­gen Fach­ex­per­ti­se – in einer bemer­kens­wert vor­fest­ge­leg­ten Art und Wei­se die Fusi­on der Grund­schu­len als ein­zi­ger Aus­weg betrie­ben und die Schul­lei­tun­gen bereits früh von der bevor­ste­hen­den Zusam­men­le­gung in Kennt­nis gesetzt. Durch die Form des Vor­ge­hens wur­de es bis heu­te ledig­lich „geschafft“, bei­de Schul­lei­tun­gen zu emit­tie­ren. Denn auch das Minis­te­ri­um wur­de in der Ange­le­gen­heit bereits bemüht, so dass noch vor der for­mel­len Beschluss­fas­sung der Gemein­de­ver­tre­tung am 13.12.2016 auf Zusam­men­le­gung der Schu­len die Lei­tungs­fra­ge an der zukünf­ti­gen Grund­schu­le bereits geklärt war. So schafft man Fak­ten.

Bis heu­te wur­de jedoch nichts unter­nom­men, um kon­kret die  Situa­ti­on an der Brü­der-Grimm-Schu­le zu ver­bes­sern. Da sich auch im Fal­le einer Fusi­on die Rah­men­be­din­gun­gen in den ers­ten und zwei­ten Klas­sen der Brü­der-Grimm-Schu­le über­haupt nicht ändern, hat­ten wir Sozi­al­de­mo­ka­ten ver­sucht, Mit­tel zur Ver­bes­se­rung der sozi­al­päd­ago­gi­schen Betreu­ung die­ser Klas­sen in den Haus­halt 2017 ein­zu­stel­len zu las­sen. Wir woll­ten fer­ner ver­su­chen, die Schul­lei­tung der Brü­der-Grimm-Schu­le zu eige­nen Vor­schlä­gen zu bewe­gen, wie die­sem kon­kre­ten Pro­blem ent­ge­gen gewirkt wer­den kann. Auf eine Ant­wort war­ten wir bis heu­te ver­ge­bens. Viel­leicht muss man hier aber auch ein wenig Ver­ständ­nis auf­brin­gen; schließ­lich hat­te man hier­für ja auch nur etwas mehr als drei Mona­te Zeit.

Die Argu­men­ta­ti­on der Mehr­heits­frak­tio­nen beweg­te sich zwi­schen „die Pro­ble­me sind bekannt und lie­gen auf dem Tisch“ (Äuße­rung zur Fusi­on) oder „wir ken­nen die Pro­ble­me doch noch gar nicht so genau“ (Begrün­dung zur Ableh­nung der von uns bean­trag­ten zusätz­li­chen Haus­halts­mit­tel). Eine durch­dach­te und schlüs­si­ge Argu­men­ta­ti­on sieht anders aus.

Schon sehr früh  – nach dem ers­ten Gespräch der Frak­ti­ons­spit­zen beim Bür­ger­meis­ter – hat­ten wir Kronsha­ge­ner Sozi­al­de­mo­kra­ten dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ein der­ar­ti­ger Pro­zess nur gelin­gen kann, wenn die betrof­fe­nen Eltern­schaf­ten, Kol­le­gi­en und Schul­lei­tun­gen mög­lichst zahl­reich ein­ge­bun­den und mit­ge­nom­men wer­den und — vor allen Din­gen — eine offe­ne und trans­pa­ren­te  Kom­mu­ni­ka­ti­on erfolgt. Von bei­dem ist Stand heu­te weit und breit nichts zu sehen.

Im Gegen­teil, das Ver­fah­ren pro­du­zier­te gefühl­te Sie­ger (die Betei­lig­ten aus der Brü­der-Grimm-Schu­le) und Ver­lie­rer (die Betei­lig­ten aus der Eichen­dorff-Schu­le). Und letz­te­re wur­den von den antrags­stel­len­den Frak­tio­nen noch gemaß­re­gelt, wenn sie demo­kra­ti­sche Grund­rech­te wie das Demons­tra­ti­ons­recht oder das Schrei­ben von Leser­brie­fen für sich in Anspruch genom­men haben. Die Opti­on einer Auf­lö­sung der deut­lich weni­ger nach­ge­frag­ten Schu­le wur­de mit der Argu­men­ta­ti­on ver­wor­fen, man wol­le das nicht, um kei­ne „Ver­lie­rer“ bei der Brü­der-Grimm-Schu­le zu schaf­fen. Auch hier: Eine durch­dach­te und schlüs­si­ge Argu­men­ta­ti­on sieht anders aus.

Alle Beteue­run­gen und Bemü­hun­gen sei­tens der kon­ser­va­ti­ven Mehr­heit, die ent­stan­de­nen Grä­ben in der Gemein­de wie­der zuschüt­ten zu wol­len, sind mit dem gefass­ten Grund­satz­be­schluss am 13.12.2016 zum Schei­tern ver­ur­teilt. Erneut: eine durch­dach­te und schlüs­si­ge Argu­men­ta­ti­on sieht anders aus.

Bleibt zu hof­fen, dass die Prot­ago­nis­ten (Ver­wal­tung und Mehr­heits­frak­tio­nen) die bevor­ste­hen­de Weih­nachts­zeit für eine kur­ze Besin­nung nut­zen und den Mut haben, sich dazu zu beken­nen, einen Weg ein­ge­schla­gen zu haben, bei dem sie sehr vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nicht mit­ge­nom­men haben. Noch ist es nicht zu spät.

Wir für unse­ren Teil wer­den es jeden­falls auch künf­tig nicht zulas­sen, dass in unse­rer Gemein­de Men­schen auf die­se Art und Wei­se behan­delt und zurück­ge­las­sen wer­den. Wir wer­den uns wei­ter dafür ein­set­zen, dass die Kom­mu­nal­po­li­tik sich mit den Pro­ble­men der Men­schen aus­ein­an­der­setzt und Lösun­gen im Vor­we­ge sorg­fäl­tig abge­wo­gen wer­den, um die­se im Nach­hin­ein den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern auch erklä­ren zu kön­nen. Genau das sind wir den Men­schen schul­dig und genau das bedeu­tet sozia­le Ver­ant­wor­tung. Wohl­wis­send, dass nicht allen alles recht gemacht wer­den kann.

Der Antrag von UKW und SPD am 13. Dezem­ber

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